Das Viktoriakarree

Ein lebendiges Quartier für Bonn!

Die Neuentwicklung des Viktoriakarree eröffnet die Chance, innerhalb der Stadt Bonn ein lebendiges Quartier für die Bonnerinnen und Bonner zu erschaffen.

Was bisher geschah

Im Sommer 2013 – also vor fast 4 Jahren –  hat der Bonner Generalanzeiger eine großangelegte und ausführlich recherchierte, mehrteilige Schwerpunktserie in die Zeitung gebracht. Das Medium hat sich damals zum Ziel gesetzt, einige Kernpunkte aufzuzeigen bzw. einige Themen der potentiellen Entwicklung für die Stadt zu benennen. Allesamt waren die Artikel mit der Überschrift versehen: „Die blockierte Stadt“, und die Zeitung hat anhand von elf umfassenden Beiträgen aufgezeigt, warum sich, ihrer Meinung nach, so wenig in der Stadt bewegt bzw. für welche Themenbereiche es in der Stadt eine Blockade gibt. Dazu zählen, wie die Zeitung ausführt beispielsweise die Themen Cityring, Bahnhofsvorplatz, Busbahnhof, WCCB, Stadthaus, Verkehrssituation in Bonn oder der Beethoven-Konzertsaal. Ein Thema, das auch speziell herausgearbeitet wurde, war das Viktoriakarree bzw. das Viktoriabad.

Zur Geschichte des Viktoriabades sei hier Folgendes gesagt: Ende Jänner 2007 hat die Stadt Bonn beschlossen, das Viktoria Bad im Rahmen ihres neuen Bäderkonzeptes zu schließen – dies geschah dann genau drei Jahre später am 31. Mai 2010. Seit dem Beschluss, das Viktoria Bad zu schließen, so der Autor, laufen auch die Diskussionen über die Nutzung und die Zukunft dieses zentralen Innenstadtareals. Diese dauern jetzt schon 10 Jahre lang. Leider wurde der ursprüngliche, im Jahre 1906 errichtete Jugendstilbau wie so viele Objekte auch im Zweiten Weltkrieg massiv beschädigt und 1971 durch einen zweckmäßigen Neubau ersetzt, der dann als städtisches Bad – bis eben 2010 – genutzt wurde.

Die Zukunft des Viktoriakarrees

Was dort aber entstehen könnte, war genau vor zehn Jahren, nämlich anlässlich der Schließung des Bades, Thema im Generalanzeiger und ist derzeit im Rahmen der Bürgerwerkstatt Gegenstand der Debatte. „Das Viktoriakarree zwischen Rathausgasse, Belderberg, Franziskaner- und Stockenstraße soll als gemischt genutztes, lebendiges Stadtquartier entwickelt werden. Es soll einen Brückenschlag bilden zwischen Universität und der innerstädtischen Fußgängerzone. Gleichzeitig bildet das Areal einen Mosaikstein in der Entwicklung der Einzelhandelsflächen Bonns. Einem Gutachten zufolge verträgt die Bonner City nämlich noch gut 35.000 m² Geschäftsfläche, wenn sie ihre Funktion als Oberzentrum in der Region halten will.“ So hieß es damals im Artikel, so ähnlich stand es in den Unterlagen für die europaweite Ausschreibung und so hört man es allerorts, wenn man mit den Menschen vor Ort spricht.

In einer von der Stadt Bonn im Jahre 2013 in Auftrag gegebene Potenzialanalyse für das Viktoriakarree kommt der beauftragte Gutachter, Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH, zu einem mittelfristig zusätzlich erforderlichen Flächenpotenzial von rd. 20.000 – 35.000 m² Verkaufsfläche in der Bonner Innenstadt und empfiehlt, aufgrund der positiven Bevölkerungsentwicklung bis 2030 von ca. plus 35.000 Einwohnern und der überdurchschnittlichen Kaufkraft des Standorts Bonn, einen eigenständigen Einzelhandelsschwerpunkt mit 15.000 – 20.000 m² Verkaufsfläche zu etablieren. Insbesondere im Segment Bekleidung, Schuhe, Sport sei ein Bedarf von rd. 10.000 – 15.000m² Verkaufsfläche deutlich absehbar, so die Studie.

Skizzierung neuer Möglichkeiten

Durch die Ansiedlung von Einzelhandel an diesen Standorten besteht endlich die Möglichkeit, die Bonner Innenstadt als Einkaufsdestination weiter zu entwickeln und ihrer Versorgungsfunktion als Oberzentrum für die Region Bonn/Rhein-Sieg auch weiterhin gerecht zu werden. Ein erster Schritt dieser Stärkung ist mit der Realisierung des Neubaus am Friedensplatz bereits umgesetzt und bildet somit eine Ecke des zukünftigen „Einzelhandelsdreiecks“.

Durch die größeren Flächen am Nordfeld und im Viktoriakarree wird aus Sicht der drei Interessensverbände die gesamte Bonner Innenstadt profitieren. Wenn diese Planungen nicht verwirklicht werden, entsteht über einen längeren Zeitraum weiterer Stillstand in der City. Diese einmalige Chance darf nicht verspielt werden. Das zusätzliche attraktive Angebot wird zu einer Erhöhung der Kundenfrequenz in der Innenstadt führen und die Kundenströme entlang der Verbindungsachsen des Einzelhandelsdreiecks leiten. Daher ist eine grundsätzliche Zustimmung zu mehr Einzelhandel in der City notwendig. Zumal am Standort Viktoriakarree nicht nur ein integriertes Einkaufszentrum in Citylage realisiert wird, sondern vielmehr eine Nutzungsmischung aus Einkaufen, Gastronomie, Wohnen und vielleicht einer universitären Nutzung umgesetzt werden kann. Eine Aufwertung des Viertels findet statt, das studentische Leben an diesem Ort wird durch den Mix gestärkt.

Wir möchten Sie daher dazu auffordern, weiterhin für die Planungen am Viktoriakarree zu votieren und das Bürgerbegehren abzulehnen. Ansonsten wird hier eine einmalige Chance für die Bonner Stadtentwicklung verpasst. Ein Bürgerentscheid bietet die Möglichkeit, die Stimme der Bonner Bevölkerung in die Weiterentwicklung der Bonner City mit einfließen zu lassen.