Kultur- und Freizeitangebot erhöht Attraktivität

In einer Studie beschäftigt sich das Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung auch mit der Rolle von Kultur und Freizeit in den Innenstädten Deutschlands. Städte sind seit jeher Zentren wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Aktivitäten, so die Studie. Der Handel übernimmt dann gemeinsam mit Gastronomie, Tourismus, Kultur- und Freizeitangeboten eine zentrale Rolle für die Attraktivität der Stadt und ist wichtiger Motor der Innenstadtentwicklung. Das gilt auch für die Bonner Innenstadt.

Laut Studie ist eine monofunktionale Optimierung der Innenstädte mit Fokus auf den Handel weder gewünscht noch zielführend. Vielmehr gilt es, einen gesunden Mix aus Handel, Kultur- und Freizeitangebot, Bildung sowie Gastronomie zu finden, um eine Innenstadt attraktiv zu gestalten.

Das ergibt sich unter anderem aus dem Ausgabeverhalten der Bevölkerung. Bereits seit den 1960er-Jahren nimmt der Anteil der einzelhandelsrelevanten Ausgaben an allen Verbrauchsausgaben ab. Dieser Trend setzt sich weiter fort. Im Jahr 2003 gaben die Deutschen noch 33 Prozent ihrer Konsumausgaben im Einzelhandel aus. Zehn Jahre später waren es nur noch 28,6 Prozent. Dabei handelt es sich um bewusste Konsumentscheidungen der Verbraucher. So tritt die Nachfrage nach Freizeitaktivitäten, Kultur und Urlaub an Stelle von Nachfrage nach Konsumgütern. Dem muss das Angebot in einer Innenstadt gerecht werden.

In vielen größeren Städten geschieht dies bereits. Größere Innenstädte weisen einen Freizeit-, Stadtbummel- und Unterhaltungscharakter auf. Oft sind auch junge Leute in ihrem Freizeitverhalten eher auf die Innenstadt hin orientiert; dagegen ziehen ältere Kunden kleinere, übersichtliche und zentrumsnahe Geschäfte vor. Die Erlebniskomponente und ein Freizeit- und Spaßeffekt sind also eine wichtige Facetten der „Überlebensstrategie“ des stationären Einzelhandels.

Ein verstärktes Kultur- und Freizeitangebot ist also stadtpolitisch besonders bedeutsam. Dieses muss vor allem auf die Interessen der Bonner Stadtbevölkerung zugeschnitten sein. Kultur- und Freizeitangebote wirken aber auch bis weit in die Region hinein, was bedeutet, dass nicht nur das Einkaufsangebot Menschen aus dem Umland Bonns in die Innenstadt lockt. Ein richtiger Schritt in diese Richtung in Bonn wäre der Erhalt des Stadtmuseums im Viktoriakarree, wie es dessen Förderverein fordert. So würde ein wichtiges kulturelles Angebot in der Innenstadt bleiben, das die Attraktivität des Stadtkerns erhöht.

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