Verständnis für den Rückzug von Investor Signa im Viktoriakarree

In der WDR Lokalzeit Bonn bekam der Investor Signa gestern viel Verständnis für seinen angekündigten Rückzug aus der Bürgerwerkstatt Viktoriakarree. Für den Fraktionsgeschäftsführer der Bonner CDU, Georg Fenninger, kommt der Ausstieg nicht überraschend und ist auch nachvollziehbar. Er hatte die Bürgerwerkstatt von Anfang an als „Sandkastenspielerei“ bezeichnet. „Da war ja mit zu rechnen. Es ist immer so, wenn man so eine Bürgerwerkstatt macht und über das Eigentum anderer befinden will, ohne den anderen Eigentümer dazu zu hören, dass es dann so ein Ergebnis gibt“, so Fenninger in der Lokalzeit.

Auch von wissenschaftlicher Seite gab es Rückendeckung für die Entscheidung der Signa. Prof. Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg machte als Studiogast in der Lokalzeit deutlich, dass reiner kleinteiliger Einzelhandel im Sinne einer Boutiquenlandschaft im Viktoriakarree keinen Sinn machen würde. Diese habe man ja bereits jetzt schon ausreichend in Bonn durch die historische Bausubstanz. Aus seiner Sicht gibt es stattdessen eine nachvollziehbare Nachfrage nach größeren Einzelhandelsflächen, weil in den vorhandenen Strukturen die Nachfrage nicht befriedigt werden kann. „Es gibt in Bonn nicht genügend Großflächen für moderne Ladenkonzepte“, so Prof. Roeb. Die Bürgerwerkstatt sieht Roeb als „kleine, aktivistische, politisch weit links stehende Minderheit, die sich da reinhängt und die sich für die breite Masse der Menschen, die in Bonn einkaufen, gar nicht interessiert, sondern nur gesellschaftspolitische Ideen verfolgt“, sagt Prof. Roeb. Deshalb, so Prof. Roeb, kann man bei der Bürgerwerkstatt auch nicht von „den Bürgern“ sprechen.

Der ganze Beitrag ist noch eine Woche in der Mediathek zu sehen:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-bonn/video-lokalzeit-aus-bonn-1404.html

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