Hochwertiger Fachhandel statt Billigläden

Studie: Kunden wünschen ein besonderes Einkaufserlebnis

Es werden immer mehr. Wie Pilze schießen Billigläden wie Tedi, Action, Mäc Geiz oder Rusta in deutschen Innenstädten aus dem Boden. Auch in Bonn. Die Geschäfte sind schlicht und einfach eingerichtet. Und die Ware ist für den Kunden unübersichtlich sortiert. Sucht dieser einen bestimmten Artikel, findet er ihn meistens nicht. Dafür locken Mäc Geiz und Co mit regelmäßigen Sonderangeboten.

Dennoch scheint das Konzept derzeit bei den Kunden anzukommen. Denn die Branche boomt. Und die Billiganbieter geben sich selbstbewusst. Und zielbewusst suchen sie nach Räumlichkeiten in belebten Einkaufsstraßen. So erklärt zum Beispiel Mäc Geiz auf seiner Internetseite punktgenau, wo das Unternehmen Läden eröffnen will. Und zwar nur in Innenstädten und dort nur in „A- und guten B-Lage mit hoher Kundenfrequenz“. Voraussetzung ist außerdem, dass die Stadt mindestens 15 000 Einwohner hat.

Juweliere, Optiker oder Modeboutiquen wird die Aussicht nicht erfreuen, dass in unmittelbarer Nachbarschaft Billigläden mit Wühltischen und Kitsch-Ständern einzieht. Trotz des Booms dieser Billigläden scheinen das die meisten Menschen in Deutschland auch so zu sehen. Das ergab eine Studie des globalen Performance Management Unternehmen Nielsen Holdings. Die Nielsen Global Survey wurde im Zeitraum vom 31. Oktober bis zum 18. November 2016 durchgeführt.

Demnach wollen die Verbraucher hochwertige Fachhändler in ihren Innenstädten sehen. Deutsche Verbraucher schätzen ein besonderes Einkaufserlebnis, so die Studie. 46 Prozent nehmen dafür den Gang in verschiedene Geschäfte in Kauf. Und genau das würde Innenstädte belebter und damit noch attraktiver machen. Exzellenter Kundenservice, ein besonderes Einkaufserlebnis und bestmögliche Qualität würden demnach zu den allgemeinen Erwartungen gehören, die Konsumenten an einen Fachhändler haben.

„Das oftmals ansprechendere Design sowie das Wohlfühlambiente beim Fachhändler wird von Verbrauchern generell als positiv empfunden”, so Fred Hogen, Director Retailer Services bei Nielsen in Deutschland. „Anziehungspunkt von Facheinzelhändlern ist häufig auch ihr spezialisiertes Produktangebot sowie ein besserer Kundenservice”, fasst Fred Hogen zusammen.

Fast jeder zweite sucht aufgrund eines nur dort zu erwerbenden Produkts einen Fachhändler auf. In Europa sind es sogar 52 Prozent. Hierzu gehören auch Produktneueinführungen die ebenfalls nur in spezialisierten Geschäften erhältlich sind. Der Kundenservice wird von Verbrauchern generell positiv wahrgenommen. Fast die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass Fachgeschäfte einen besseren Kundenservice bieten, europaweit sind es sogar 52 Prozent. Das lässt daran zweifeln, dass der Boom der Billigläden lange anhält. Denn das können Billigläden nicht bieten.

Viktoriakarre: Startup eingezogen

Viktoriakarree in Bonn: Mit „The 9th“ zieht ein Jung-Unternehmen ein

Jetzt hat in der Stockenstraße ein Startup seine Aktivitäten aufgenommen. Es nennt sich „The 9th“ und will das Co-Working in der Bonner City vorantreiben. Weitere Schwerpunkte des jungen Unternehmens sind Events, Pop-Up, Concept Store und Streetart.

Damit ist es dem Besitzer des Viktoriakarrees gelungen, ein weiteres Unternehmen während des laufenden Bürgerworkshops und der damit verbundenen zweijährigen Planungszeit in dem Areal anzusiedeln. Diesmal ein Jung-Unternehmen. Erst vor kurzem vermietete Signa zwei weitere Räumlichkeiten. Ebenfalls an der Stockenstraße hat ein Burger-Laden seine Tore geöffnet. Und an der Ecke Rathausgasse/Stockenstraße werden wieder Backwaren verkauft.

Damit hat sich der Leerstand wieder ein wenig verringert. So ist zum Beispiel auch die Bürgerwerkstatt ist im Viktoriakarree untergekommen. Und die Alanus-Hochschule nutzte die ehemalige Tanzschule im Viktoriakarree für eine seiner Ausstellungen. So nach und nach belebt sich das Viktoriakarree wieder.

Erfolgreiches Konzept belebt Münchener Schrannenhalle

Die Schrannenhalle in München ist ein Gebäudekomplex im Zentrum Münchens in bester Lage. Dennoch stand die Schrannenhalle oft leer, weil kein geeignetes Geschäftsmodel gefunden werden konnte. So wurde sie zum Beispiel als Markthalle genutzt, was floppte.

Diese Zeiten sind jetzt vorbei. Denn schließlich wurde ein Konzept gefunden, mit dem die Schrannenhalle auf Erfolgskurs gebracht werden konnte. Und daran war das Unternehmen SIGNA maßgeblich beteiligt.

Nach einer Investition von rund 15 Millionen Euro in das Gebäude mit rund 4.500 Quadratmetern Gesamtfläche, eröffnete dort das Projekt Eataly. Dabei handelt es sich um ein von Oscar Farinetti erdachten und erstmals 2007 in Turin umgesetzten kulinarischen Mischkonzeptes unter dem Motto „Eat and Shop“. Eatalys ist ein weltweit erfolgreiches Konzept, sei es in New York, Tokio, Seoul oder Dubai, um nur einige Beispiel zu nennen.

Seitdem präsentiert sich das Eataly in München als lebensfrohe Inszenierung der italienischen Kochkunst und Frische. Ob Panetteria, Pasta-Bar, Mozzarella-Station, Pizzeria oder italienisches Eiscafé. Dabei wird vor den Augen der Gäste Pizzateig geformt, geknetet oder belegt. Außerdem wird die Location auch für Events genutzt, die bestens besucht sind. Mit dem neuen Konzept läuft’s bei der Schrannenhalle, die sich bei den Münchenern großer Beliebtheit erfreut.