Starke Entwicklungsmöglichkeiten

Potentialanalyse für Viktoriakarree in Bonner Innenstadt

Für die Realisierung eines Einkaufszentrums am Viktoriakarre hat die Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH eine Potentialanalyse durchgeführt. Diese berücksichtigt auch die die mögliche Entwicklung weiterer innerstädtischer Flächen mit Einzelhändlern. Für die Bestandsanalyse des innerstädtischen Einzelhandels sowie der städtischen und regionalen Wettbewerbssituation wurden Vor-Ort-Recherchen durchgeführt, ergänzt durch die Auswertung von Maklerberichten sowie statistischen Materialien und Informationen der Bundesstadt Bonn.

Ausgangssituation

Die Bundesstadt Bonn mit ihren knapp 320.000 Einwohnern ist nach Köln der zweitwichtigste Einzelhandelsstandort im südlichen Nordrhein-Westfalen. Das Bonner Einzugsgebiet umfasst Städte und Gemeinden des umliegenden Rhein-Sieg-Kreises sowie Teile des nördlichen Bundeslands Rheinland-Pfalz. Stadt und Umland zeichnen sich durch eine stabile wirtschaftliche Entwicklung und ein anhaltendes Bevölkerungswachstum aus. Dennoch sieht sich auch das Oberzentrum Bonn einer zunehmenden Konkurrenz durch die Realisierung neuer Einkaufszentren und großflächiger Einzelhandelsplanungen in den umliegenden Mittelzentren ausgesetzt.

Struktur der Bonner Innenstadt

Insgesamt weist die Bonner Innenstadt aktuell eine Verkaufsfläche von mehr als 130.000 qm auf. Die zentrale Einkaufslage der Bonner Innenstadt besitzt eine kompakte räumliche Ausdehnung. Eine deutliche Ausprägung übernimmt die innerstädtische Leitbranche Bekleidung, Schuhe, (Sport) auch in Bonn. Defizite wurden hingegen bei Elektrowaren festgestellt, die sich jedoch durch die Ansiedlung des Elektrofachmarkts in der Innenstadt relativiert haben. Ebenfalls wurde die Verkaufsflächenstruktur bewertet, die in der Bonner Innenstadt durch viele kleinstrukturierte Flächen, schmale und tiefe Zuschnitte und mehrgeschossige Einzelhandelsnutzungen geprägt wird.

Ausbaupotentiale

Auf Grundlage der Bestandsanalyse und der Entwicklungsmöglichkeiten konnte ein Zusatzbedarf an ca. 35.000 qm Verkaufsfläche ermittelt werden. Hiermit ließen sich auch die derzeitig in der Diskussion befindlichen Einzelhandelsprojekte in Bahnhofsnähe gemeinsam mit dem Viktoriakarree realisieren. Vorrausetzung ist jedoch, dass Einzelhandelsplanungen konzeptionell aufeinander abgestimmt werden. In der Gesamtbetrachtung lässt die Realisierung der Einzelhandelsplanungen eine starke Entwicklungsmöglichkeit für die Bonner Innenstadt erwarten:

  • Die Wettbewerbsposition gegenüber kleineren Innenstädten im Umland würde gestärkt.
  • Von größeren Beeinträchtigungen der Bonner B-Zentren (Bad Godesberg, Beuel und Duisdorf) ist nicht auszugehen.
  • Witterungsgeschütztes Einkaufen würde bisherige Angebotsformen ergänzen und die dadurch derzeit bestehenden Standortnachteile abbauen.
  • Trotz zu erwartender Verkaufsflächenrückgänge in einzelnen Lagen, z. B. durch Wegfall derzeit einzelhandelsgenutzter Ober- und Untergeschosse oder die Verkleinerung tiefer Ladeneinheiten, ist eine Stärkung des bestehenden Einzelhandelsgefüges aufgrund der räumlichen Verteilung der neuen Einzelhandelsstandorte auf die Randlagen der Bonner Innenstadt grundsätzlich möglich.

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