Vier Entwürfe der Planungsbüros nicht realisierbar

(Ideenskizze SIGNA zum Viktoriakarree)

Der Investor SIGNA hat die vier Vorschläge zur Neugestaltung des Viktoriakarrees analysiert und auf ihre Umsetzbarkeit hin bewertet. Das Ergebnis: Die Vorschläge erfüllen nicht die Anforderungen, um den Bereich des Viktoriakarrees nachhaltig aufzuwerten. So würden die Vorschläge würden keinen neuen Einzelhandelsschwerpunkt und damit auch kein Gegengewicht zu den großen Handelsobjekten am Bahnhof und Friedensplatz schaffen.

So sei in dem Vorschlag von skt umbaukultur Architekten BDA kein großflächiger Einzelhandel vorgesehen. Damit erreiche das Viktoriakarree keine übergeordnete Bedeutung. Alternativ sehe der Vorschlag eine prominente Markthalle vor. Für die gebe aber es weder einen Betreiber, Pächter oder Mieter. Außerdem würde eine solche Halle die alteingesessenen Strukturen im Bonner Zentrum bedrohen. Die vorhandene kleinteilige Struktur sei völlig aufgegeben worden und die losgelöste Architektur zerstöre den vorhanden städtischen Raum im Zentrum der Stadt. Das Projekt leiste insgesamt keinen Beitrag zur positiven Stadtentwicklung und wirtschaftlich mache es auch wenig bis keinen Sinn.
Ein Kleinkaufhaus, wie vom Büro Scheuvens und Wachten vorgeschlagen, sei höchstwahrscheinlich nicht überlebensfähig. Es stelle sich die Frage, wer Betreiber und wer Mieter sein soll. Auch die Idee eines „Mitmach-Hauses“ lasse völlig offen, wer es betreibt oder finanziert. Letztendlich würde ein solches Haus die Stadt Bonn nur finanziell belasten. Die Verlagerung des Stadtmuseum in das ehemalige Viktoriabad erzeuge auch keinen Erlös, jedoch hohe Umbau- und Instandhaltungskosten. Mit dem Konzept würde kein neuer Handelsschwerpunkt geschaffen. Und die Errichtung eines Parks ausschließlich für die Anwohner ergebe angesichts des benachbarten Hofgartens überhaupt keinen Sinn. Insgesamt bringe auch diese vorgeschlagene Nutzung keinen wirtschaftlichen Ertrag und leiste keinen Beitrag für die Gesamtstadtentwicklung bzw. zur Steigerung der Attraktivität.

Das Büro KCAP Achitects & Planners sehe eine bunte Mischung aus Gastronomie, Gewerbe, Einzelhandel und Wohnen. Das sei begrüßenswert. Aber die vorgeschlagenen kleinteiligen Handelsflächen seien in Bonn ausreichend vorhanden. Und die Schaffung von Höfen im Verhältnis zu den entstehenden kleinen Handelsflächen sei auch für die Händler unwirtschaftlich. Die Höfe seien sehr klein ohne gewachsene Strukturen und würden ein dunkles Ambiente entstehen lassen. Auch die vorgeschlagene phasenweise Entwicklung mit verschiedenen Investoren erscheine als unwirtschaftlich. Es werde kein neuer Handelsschwerpunkt geschaffen zur Wiederherstellung des Gleichgewichts innerhalb der Stadt.

In dem Vorschlag der Molestina Architekten + Landschaftsarchitektur sei die Neubelebung des Viertels durch Gastronomie, Einkauf, Wohnen und Bestandsanierung ebenfalls zu begrüßen. Aber auch dieses Projekt schaffe keinen neuen Handelsschwerpunkt zur Herstellung oder Erhaltung des Gleichgewichts der Handelsbereich innerhalb der Stadt. Insbesondere der Zugang zum Innenbereich sei zu versteckt und unattraktiv. Der kleinteilige Einzelhandel im Blockinneren sei nicht überlebensfähig als Gegengewicht zu den neuen Handelsobjekten an Bahnhof und Friedensplatz.

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