Bedrohung durch Onlinehandel

Nachholbedarf bei dem stationären Einzelhandel
Der Marktforscher PricewaterhouseCoopers (PwC) hat untersucht, wie der Einzelhandel auf die Zunahme des Online-Handels reagiert. Um der Konkurrenz aus dem Netz entgegenzutreten, drängt der stationäre Einzelhandel mit neuen Läden in die Innenstadt. Für gut die Hälfte sind dabei Geschäfte in attraktiver Innenstadtlage erste Wahl. Auch der Bonner Einzelhändler muss sich erfolgreich gegenüber dem Online-Handel positionieren.
„Der stationäre Einzelhandel gerät durch die aufstrebende Konkurrenz aus dem Netz zunehmend unter Druck. Mit der Eröffnung neuer Shops in A-Lage deutscher Innenstädte reagieren die Händler auf den Wunsch der Verbraucher, die für ihren Einkauf jenseits des täglichen Bedarfs die City bevorzugen. In den online-affinen Branchen wie Mode und Unterhaltungselektronik werden sich Händler allerdings intensiver mit der Wahl ihrer Standorte und den zum Konsumverhalten passenden Formaten auseinander setzen müssen“, analysiert Gerd Bovensiepen, Leiter des PwC-Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter in Deutschland und Europa.

Traditionelle Stärke
Dabei haben die Händler nicht vergessen, wo sie herkommen und setzen auf ihre traditionellen Stärken. Zwei Dinge sind ihnen dabei besonders wichtig. 78 Prozent der Einzelhändler investieren in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter und 84 Prozent stecken Geld in die Renovierung und Modernisierung der Läden. In puncto Dienstleistung haben die meisten Kunden Interesse an einem Einpack-Service. Dieses Bedürfnis erkennen 64 Prozent der Händler.
In ihrer Studie zeigen sich die Experten von PcW überrascht, wie sehr der stationäre Handel vor dem Segment Online-Handel zurückschreckt. Knapp die Hälfte der Händler gab in der Befragung an, dass immer mehr Kunden in Online-Shops abwandern. Allerdings würden bei weitem nicht alle Händler ihren Kunden ins Internet folgen. Lediglich 30 Prozent der befragten Handelsunternehmen betreiben einen eigenen Online-Shop, 15 Prozent planen dies.

Cross-Channel-Angeboten
„Angesichts der weiter steigenden Online-Umsätze insbesondere in den Segmenten Mode und Unterhaltungselektronik ist diese Zurückhaltung überraschend. Der Mehrheit der Händler ist es außerdem noch nicht gelungen, die stationäre Kundenbindung in den eigenen Online-Shop zu übertragen oder auch Konsumenten über das Internet in die Läden zu locken. Im Schnitt erzielen die Händler lediglich elf Prozent ihres Jahresumsatzes im Netz. Der stationäre Einzelhandel steht vor der schwierigen Aufgabe, seine Kunden mit attraktiven Cross-Channel-Angeboten zu überzeugen“, kommentiert Gerd Bovensiepen. Dabei dürfe der Online Präsenz des Handels nicht ignoriert werden. Denn Kunden erwarten Verknüpfung von online und offline.

Click & Collect-Angebot
Bei der Vernetzung von stationärem Laden und Online-Geschäft haben die Händler noch erheblichen Nachholbedarf. Lediglich 28 Prozent investieren bereits in die bessere Verknüpfung von Filiale und Online-Shop, obwohl dem Kunden das nahtlose Zusammenspiel zwischen online und offline wichtig ist. 81 Prozent der Verbraucher möchten online die Warenverfügbarkeit im nächstgelegenen Geschäft abfragen können; 73 Prozent der Kunden wünschen sich Online-Coupons für Vergünstigungen im Geschäft. Knapp zwei Drittel der Kunden möchten ein Produkt im Internet bestellen und im Geschäft abholen; dieses Click & Collect-Angebot haben nur drei von zehn Händlern bereits implementiert. Auch in Bonn sind viele an einer solchen Möglichkeit interessiert. Der Handel unterschätzt, wie wichtig dem Kunden der Einsatz digitaler Medien vor und während des Einkaufsbummels ist“, so Bovensiepen. Nur rund 40 Prozent der Händler gehen davon aus, dass ihre Kunden vor dem Einkauf Preise im Internet vergleichen; fast 80 Prozent der Konsumenten machen dies aber.

Externe Experte
Wenn der Bonner Einzelhandel gegenüber dem Online Handel bestehen will, muss er sich entsprechend positionieren. Dabei muss er sich nicht alleine auf Cross-Channel und Click & Collect Angebote konzentrieren. Viel wichtiger ist es, einen hochwertigen Mix aus Geschäften zu schaffen, dessen Portfolio attraktiv und innovativ ist. In anderen Städten Europas hat es sich bereits gezeigt, dass diese es mit externen Experten, die sich mit der Problematik auskennen, bereits in die Tat umgesetzt haben.

Alte Akademie in München wird umgestaltet

Die Alte Akademie in München, auch Wilhelminum genannt, hat bereits so einiges erlebt. Sie war Jesuitenkolleg, Polizeidirektion, Staatsbibliothek, Zeichenschule, Universität, Statistikamt und Kreditanstalt. Damit beherbergte Münchens Alte Akademie hinter ihrer Renaissance-Fassade aus dem 16. Jahrhundert schon die unterschiedlichsten Nutzungen.

Jetzt kümmert sich die Unternehmensgruppe SIGNA um das historische Gebäude in der Münchener Altstadt. 2013 übernahm sie vom Freistaat Bayern im Erbbaurecht den südlichen Teil des Areals. Auf den rund 6.000 Quadratmetern errichtet SIGNA jetzt zu zwei Dritteln Handel und Gastronomie. Der Rest soll in Wohnungen und Büros umgewandelt werden.

Diese Tatsache feierte das Unternehmen jetzt mit einem kleinen Picknick im Innenhof der Alten Akademie, genannt Schmuckhof. Den Architekturwettbewerb zur Bebauung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes gewann das Büro Morger Partner Architekten aus Basel.

Die Umbaupläne seien „behutsam und stimmig“, hieß es bei der offiziellen Präsentation des Konzepts. Der Entwurf mit Loggien hat die Jury überzeugt. Die Alte Akademie werde nicht zerstört, trotzdem werde der Komplex im Zentrum behutsam weiterentwickelt. Vorrangiges Ziel sei es das Gebäude „denkmalschutzgerecht entwickeln“.

Mit dem Picknick im Schmuckhof will der Investor zeigen, was für ein Mehrwert für die Alte Akademie durch einen „öffentlichen Innenhof“ entsteht. Denn wenn der Umbau fertig ist, soll dort Gastronomie Einzug erhalten. Und die Gäste des Picknicks waren sich einig. Sie können sich sehr gut vorstellen, dort im Sommer eine Cappuccino in einem Cafe zu genießen.

Die Alte Akademie in München, auch Wilhelminum genanntDie Alte Akademie in München

Förderverein sieht Zukunft des Stadtmuseums im Viktoriakarree

Seit einiger Zeit wird in Bonn über den zukünftigen Standort des Bonner Stadtmuseum diskutiert. Nun hat sich der Förderverein des Museum klar zu dem Thema positioniert. Nach Ansicht von Gisbert Knopp, Vorsitzender des Fördervereins, soll das Stadtmuseum im Viktoriakarre beheimatet bleiben. Genauer gesagt im Viktoriabad.

Hintergrund sind die Vorschläge der Stadtverwaltung, das Museum neben der früheren Pestalozzischule in einem Neubau anzusiedeln. Ein derartiger Neubau wäre aus der Sicht von Knopp viel zu teuer. Ein solches Projekt würde 19 Millionen Euro oder mehr verschlingen. Über so viel Geld würde die Stadt überhaupt nicht verfügen, was die Umsetzung auf die lange Bank schieben würde.

Die Realisierung des neuen Stadtmuseum im Viktoriabad koste dagegen nur rund zwei Millionen Euro. Also einen Bruchteil der veranschlagten Summe für die Neubau-Variante. Gisbert Knopps Vorschlag sieht vor, im Schwimmbad stählerne Etagen aufzubauen. Auf diese Weise könnte genügend Platz für das Stadtmuseum geschaffen werden. Und auch kurz- bis mittelfristig sei eine solche Lösung zu bevorzugen.

Durch einen Verbleib im Viktoriakarree sei auch das Bestehen des Museums gesichert. Schließlich sei der Neubau, in dem das Stadtmuseum angesiedelt werden soll, noch überhaupt nicht beschlossen, geschweige denn gebaut. Mit einem geplanten Umzug in den Neubau müsste das Stadtmuseum nach dem Ende der Bürgerwerkstatt im Viktoriakarree das selbige verlassen. Damit wäre das Stadtmuseum heimatlos.

Manche Vertreter der Kommunalpolitik scheinen von dem Vorstoß der Stadtverwaltung überrascht worden zu sein. So wollten die Grünen den Vorschlag nicht direkt kommentieren, da dieser erst innerhalb der Fraktion diskutiert werden müsste. Ähnlich sieht es bei der CDU aus.

Erneute Verwüstung im Viktoriakarree

Wieder besetzten Chaoten das Viktoriakarree und rufen die Polizei auf den Plan

Zum wiederholten Male sind Vertreter des Libertären Zentrums in die leer stehende Räumlichkeiten des Viktoriakarrees eingebrochen, um diese zu besetzen. Und wieder musste die Polizei anrücken und die Aktion beenden. Bei dem Besetzungsversuch entstand erneut ein nicht unerheblicher Sachschaden. So mussten unter anderem vier Schlösser und ein Fenster erneuert werden.

Es scheint, dass solche Aktionen in der Nachbarschaft des Viktoriakarrees allmählich zum Alltag gehören. Da werden Erinnerungen wach an die Chaote und selbst ernannten Anarchisten aus den 1980er Jahren. Stichworte sind hier Wackersdorf, Startbahn West oder Hausbesetzerszene.

Während Bonner Bürger und Bügerinnen in der Bürgerwerkstatt an konstruktiven Lösungen für das Viertel in der Bonner Innenstadt arbeiten, versuchen Vertreter des Libertären Zentrums unkonstruktiv für Unruhe zu sorgen. Das sorgt bei den Anwohnern für Unmut und Sorgen. Mittlerweile werden Rufe nach mehr Polizeikontrollen laut.

Und auf ihrer Internetseite prahlen die Vertreter des Libertären Zentrums sogar noch mit ihrer chaotischen Aktion. Es sei eine Geburtstagsfeier anlässlich ihres Jahrestages gewesen. Entschuldigung, eine Geburtstagsfeier sieht anders aus.

Erneute Verwüstung im Viktoriakarree

Zum wiederholten Male sind Vertreter des Libertären Zentrums in die leer stehende Räumlichkeiten des Viktoriakarrees eingebrochen, um diese zu besetzen.

Keine Geisterstadt in der Bonner Stadtkern

Viele Innenstädte in Deutschland droht die Gefahr, zu Geisterstädten zu werden. Sei es in Bayern, Sachsen oder Norddeutschland. Überall beschweren sich Bürger, dass in den Zentren ihrer Städte am Abend und in der Nacht kaum noch Mensch auf der Straße anzutreffen ist. In Bonn sieht es nicht viel anders aus.

Der Grund dafür ist, dass in den meisten Städten kaum noch Menschen in den Innenstädten wohnen. Und wenn die Türen der Geschäfte zum Ladenschluss schließen, wird es ruhig und leer. Zu ruhig finden manche und meiden ihre Stadtkerne, dass sie ein mulmiges Gefühl bekommen, wenn sie sich abends dort aufhalten. Wie in einer Geisterstadt.

Eines ist klar, eine Belebung nach Ladenschluss würde solchen Stadtzentren gut tun. Hilfreich wäre ein Mix aus Wohnen, Einzelhändlern und Gastronomie. Das gastronomische Angebot würde Einkäufer nach ihren Einkauf und nach dem Ladenschluss bewegen, in der Innenstadt zu bleiben, um etwas zu essen und zu trinken.

Das wiederum würde Menschen sogar nach Ladenschluss in den Stadtkern locken, auf der Suche nach abendlicher Geselligkeit. Und die darüber wohnenden Studierenden würden ihren Teil dazu beitragen, dass wieder mehr Leben in den Stadtkern einzieht. Dafür sind sie hinlänglich bekannt. Und genau einen solchen Mix plant SIGNA für das Viktoriakarree, das im Zentrum Bonns liegt.

Einkaufszentrum lockt Kunden aus dem Umland

Einkaufszentren erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Das geht aus einer Statistik der EHI Retail Institute GmbH in Köln hervor. Demnach gibt es in Deutschland bereits über 450 Einkaufstempel mit einer Gesamtmietfläche von über 14 Mio. Quadratmetern. Im Trend liegen vor allem innerstädtische Center mit vergleichsweise geringen Mietflächen.

Attraktive Shopping-Center locken mehr Kunden in die Innenstädte und erhöhen somit die Bedeutung der Innenstadt im jeweiligen Handelsnetz, so die Studie. Damit ist der Trend, neue Einkaufszentren nicht mehr auf der grünen Wiese, sondern in innerstädtischen Lagen zu errichten aus stadtentwicklungspolitischer Sicht zu begrüßen. Denn sie erhöhen die Passantenfrequenzen in der Innenstadt.

Und von den zusätzlichen Kunden profitieren nicht nur die Geschäfte des Einkaufszentrums in der Innenstadt. Das Gleiche gilt für die Geschäfte in der gesamten Innenstadt. Denn wie Beobachtungen in verschiedenen Städten Deutschlands zeigen, kommt es zu einem regen Besucheraustauch zwischen dem Einkaufszentrum und der Innenstadt.

Der Zuwachs an Kunden durch ein Einkaufszentrum hat noch einen weiteren positiven Effekt. Denn es ist ebenfalls zu beobachten, dass durch die Ansiedlung eines Einkaufszentrums private und öffentliche Folgeinvestitionen angestoßen werden. Ein Einkaufszentrum bietet außerdem die Möglichkeit zum „Erlebniskauf“. Dadurch hat der Einzelhandel die Möglichkeit, gegenüber dem Internethandel zu punkten.

Attraktive Shopping-Center in den Innenstädten

Attraktive Shopping-Center in den Innenstädten (Quelle: pixabay.com)